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The happiest place to be. Eine Hommage an St. Ives.

Ihr Lieben!

Unter anderem MailOnline hat es verkündet – an keinem Ort in Großbritannien ist man glücklicher als in St. Ives. Die Meldung hat mich berührt. Sie ließ mich an Jenseits des Himmels, hinter dem Blau denken, an das, was meine Figuren in St. Ives erlebt haben. Und ich musste lächeln, weil mir der letzte Satz meiner Geschichte in den Sinn kam.

Ja… Jenseits des Himmels, hinter dem Blau ist eine trauriges Buch. Es ist ernst und vielleicht auch verwirrend, es stellt Fragen, die es nur zögerlich beantwortet, es erzählt eine Liebesgeschichte, mit der man nicht rechnet, die man – vielleicht – nicht versteht? Nicht unbedingt ein gelungenes Buch, wenn ich den Rückmeldungen trauen kann und warum sollte ich das nicht, und trotzdem mein Lieblingsbuch. Und ganz bestimmt eine Hommage an St. Ives, der Ort, an dem man glücklich ist. Trotz allem.

St. Ives

in

Jenseits des Himmels, hinter dem Blau

„Viel ist über das Licht von St. Ives geschrieben worden, tausende haben versucht, es zu malen. Es lässt sich nicht einfangen, es ist flüchtig wie ein Trugbild an einem heißen, flirrenden Tag. Und wenn du das nächste Mal hinsiehst, liegt vor dir nichts als das graue Meer und ein paar dunkle Klippen.“

„Was bleibt von St. Ives, von den zwei Wochen, in denen wir zusammen in dem weißgetünchten Fischerhäuschen neben der Galerie wohnten? Nichts bleibt. Es kostet Kraft, eine beinahe meditative Anstrengung, um das, was danach passiert ist, in Gedanken zu überwinden. Meistens gelingt es mir nicht. Nur selten, wenn der Moment es gut mit mir meint, übertrete ich die Schwelle. Dann sehe ich die strahlend blauen Tage, das glitzernde Licht, das die Gassen flutet, das ockerfarbene Moos auf den Dächern, die fleischigen Blätter der Steinpflanzen in den Kübeln. Ich höre das Rauschen der Wellen am Strand, das Jammern der Möwen, das Gewirr von Stimmen und Gelächter. Ich habe den Geruch von Meer in der Nase und von Sonnenmilch. Und ich spüre die Sonne in meinem Gesicht.“

„Die Unruhe trieb mich um am nächsten Tag. Mittags schloss ich die Galerie, streifte durch die Gassen bis zum Hafen. Ich setzte mich auf die Kaimauer. Es war Ebbe, die Boote steckten im Sand, sanft zur Seite geneigt. Die Sonne glitzerte in den Wasserpfützen. Zwei Hunde tollten herum, fielen sich an, kugelten übereinander, rappelten sich auf und das Spiel begann von vorn. … Ich sprang von der Mauer, ließ mich von den Menschen über die Promenade treiben, vorbei an den Crêpe-Buden und Pubs, den Pizzerien und Eisläden. Und da saß sie, auf einer Bank, in ihren Trecking-Shorts und der weißen Bluse, die Haare zusammengebunden, ein Eis mit Schokoladenüberzug in der Hand.“

„Wie kann man einen Ort vermissen, an dem man solche Dinge erlebt hat? Der Erinnerungen weckt an das, was ich an dem Abend tat. Und doch ist es so. Als würde das alte Fischerhaus sich auf meine Seite stellen, tröstend den Arm um mich legen, wenn es sonst keiner tut.“

Eines hat die Geschichte, die ich aufgeschrieben habe, mir gezeigt. Ich war glücklich in St. Ives. Trotz allem, was dort passiert ist.

Und ich werde in St. Ives wieder glücklich sein.

 🧜‍♂️

Beitragsbild ´Herz`: www.unsplash.com

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